Pflegezentrum in Bauma ZHProfit auf Kosten der Bewohner?Text: Markus Föhn Bild: Stephan Bösch/Ex-Press Ausgabe: 20/11 Die Betreuung vernachlässigt und zugleich höhere Krankenkassenbeiträge erschwindelt: Mehrere Leute aus dem Umfeld erheben diese Vorwürfe gegen ?das Pflegezentrum in Bauma ZH. Das private Pflegezentrum Bauma im Zürcher Oberland: Profit auf Kosten der Bewohner? Es sind schöne Worte, die das Pflegezentrum Bauma im Internet von sich gibt: «Wir legen Wert darauf, dass Sie trotz Bedarf an Pflege ein möglichst selbstbestimmtes und individuelles Leben führen können.» Und: «Die pflegerische und psychosoziale Betreuung richtet sich nach Ihren Bedürfnissen.» Etliche Stimmen aus dem Umfeld des Zentrums und aus dem Dorf im Zürcher Oberland legen aber die Vermutung nahe, dass sich die Betreuung der gut 100 betagten oder psychisch kranken Bewohner vor allem nach einem Bedürfnis richtet: einer gut gefüllten Kasse des privat geführten Zentrums.Mehrere Ex-Angestellte berichten unabhängig voneinander, die Zentrumsleitung habe sie angewiesen, die Pflegeverläufe der Bewohner zu fälschen – also jene Dokumentationen, in denen der gesundheitliche Zustand, abgegebene Medikamente und pflegerische Massnahmen festgehalten sind. «Dabei ging es darum, den Zustand der Bewohner als möglichst schlecht darzustellen, um bei den Krankenkassen einen höheren pflegerischen Aufwand geltend machen zu können», sagt ein ehemaliger Stationsleiter*, der bis im Frühjahr 2011 in Bauma tätig war.Einer seiner Vorgänger bestätigt diese Praxis: «Es war, als gelte die Losung: ‹Es darf niemandem besser gehen, denn dann würde weniger Geld für uns herausspringen.›» Und eine bis in diesem Jahr tätige Stationsleiterin sagt: «Wir mussten gegen aussen den Eindruck erwecken, dass möglichst viele Bewohner eine möglichst aufwendige Betreuung benötigten.» Die Manipulationen bekamen auch Angestellte in unteren Positionen mit.
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Profit auf Kosten der Bewohner? – Beobachter